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Kein Erfolg auf einem Acker bei Marren

Auf einem Acker bei Marren waren vor vielen Jahren und zuletzt 1960 römische Bronzestatuetten gefunden worden. H. Speckmann hatte deshalb beim Landesamt für Denkmalpflege angeregt, dort eine gezielte Suche durchzuführen. Am 18.5.2010 wurde diese Suche von Gerhard Stahn (NLD), Hermann Speckmann, und den Ehrenamtlichen Uwe Märtens, Michael Meichsner und Bernd Rothmann durchgeführt, wobei noch drei Herren aus der Nachbarschaft mithalfen.
Obwohl vier Metallsonden im Einsatz waren, wurden außer dem üblichen neuzeitlichen Metallschrott (ganz unten) und einer bisher nicht identifizierten Münze (unten rechts) keine Funde gemacht. Es konnten auch keinerlei Scherben geborgen werden, die auf mittelalterliche, römische oder gar noch ältere Zeiten hindeuteten. Ohne Ergebnis wurde die Suche mittags abgebrochen.



Text oben: Bernd Rothmann, Fotos: B. Rothmann (3), G. Stahn (1)

Hermann Speckmann hat die bekannten Informationen zum besagten Acker auf dem Marrener Esch zusammengefasst:
Der Acker, der damals "im Holte" hieß, wurde 1874 kultiviert. Die Landschaft war zu der Zeit nicht mit Wald, sondern mit Heide bestanden. Die Heide war in einer Ausdehnung von 800 m Länge in  südwestlicher Richtung und von 350 m Breite in nordwestlicher Richtung mit 21/2 bis 3 m langen Gräben neben oder hinter einander liegend, übersäht. An der Nordseite fanden sich einige Hügelgräber, in denen Eisenreste gefunden wurden. Die Fundstelle befindet sich in der Nähe des Verbindungsweges zwischen Ems und Weser, der in den einzelnen Abschnitten so klangvolle Namen wie Kriegerpad, Blutweg, Ochsenträe, Reuterweg, Folcwech, Heerweg etc. hat.
Der Landmann Baassenbrügge (Berßenbrügge?) fand bei Einebnung des Grundstücks (Neueinweisung nach Markenteilung?) unmittelbar westlich des Weges von Kleinenging nach Lindern am Grabenrand auf natürlichem Boden in einem Kreis von 50 cm Durchmesser 14 eiförmige, besonders ausgesuchte, z.T. bearbeitete Kiesel mit 5 bis 12 cm Durchmesser, die ein Gewicht von 1,26 - 1,50kg hatten. Im Kreis lagen unmittelbar nebeneinander zwei Marsstatuetten, eine Lanzenspitze, eine Bronzebasis und ein Rundstab. Interessanterweise passt keine der Statuetten zur Basis.
Sechs Meter westlich von der ersten Fundstelle fanden sich regelmäßig hingelegt: ein Löwenkopf, ein Greifenkopf, eine Kupfermünze und unkenntliche Eisenreste.
Das genaue Funddatum ist nicht bekannt, es könnte 1876 gewesen sein. Die Schilderung deutet auf einen sog. Hortfund hin.
1960 wurde von Josef Grote auf dem Acker in einem Kartoffelhaufen(!) die Statuette eines Laren gefunden. Dieser könnte durch Erdbewegungen auf dem Acker dorthin bewegt worden sein.
Nachforschungen von H. Speckmann beim Katasteramt Cloppenburg (alte Karten etc.) ergaben keinerlei Hinweise auf besondere Strukturen am Fundplatz.

Bernd Rothmann  •  Seite erstellt am 28.3.2013  • letzte Änderung am 28.3.2013